17 August 2014

Sonntagskolumne No. 88: Manchmal frage ich mich, warum...

... wir Angst vor falschen 

Entscheidungen haben.

„Was tue ich nur? Das ist verrückt, einfach nur verrückt!“, sage ich mir immer wieder, als ich vor meinem Haus warte. Verabredet bin ich. Und aufgeregt. Und verrückt, das denke ich zumindest schon Stunden vor der eigentlichen Verabredung. An die Ausreden „Wenn das meine Mutter wüsste“ und "mit fremden Menschen geht man nicht mit" denke ich zwar kurz, aber meine Neugier besiegt den Gedanken, in letzter Sekunde abzusagen.
Fou, das sagen die Franzosen dazu und mit einem von ihnen bin ich an diesem Abend verabredet. Als ich ihn traf, in meinem Stamm-Café um Mitternacht –könnte es kitschiger sein?- redeten wir über meine Budapestreise. Ich saß bei einem Rotwein allein an meinem gewohnten Fensterplatz vor meinem Laptop und tippte fleißig den ersten Reise-Post ein. Ganze drei Stunden quatschte ich dann mit ihm und seinen zwei Freundinnen über Budapest, Fotografie, Blogs, Schreiben, Deutschland und Frankreich. Und Halle.

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12 August 2014

[BLOGUMZUG] Aus- und Abgestaubt!


Vor 2 Jahren: Der erste Gedanke.
Bis Mai 2014: Erfolgreiches Gedankenverdängen und wiederkehrender Ärger
Vor 2 Monaten: Der Realität ins Auge sehen
Vor 3 Wochen: Über den Tellerrand der Abhängigkeit blicken und den ersten Schritt tun
Vor zwei Tagen: Anlauf holen und hop! Der Absprung in die Freiheit.
Und nun?
Ich hab es geschafft. 

Und - ich glaube es selbst kaum- der Wechsel von Blogspot zu Wordpress; der Wechsel von einem kostenlosen, aber komplizierten und eingeschränkten Anbieter hin zu eigenem Webspace, vielen Möglichkeiten und prinzipieller Unabhängigkeit war hundertmal leichter als erwartet
Von nun an erreicht ihr mich (wieder) unter 




"Hätte ich es doch nur viel früher gemacht!", könnte ich jetzt sagen. 
Aber eigentlich fühlt es sich genau jetzt vollkommen richtig an, denn früher hätte ich nicht gewusst, ob mein Herzblut weiterhin unter Hochdruck so unverdünnt in den Blog geflossen wäre. 


In den nächsten Tagen (oder Wochen) wird sich an meinem Wordpress-Design vermutlich noch einiges ändern, aber das wird eher der Feinschliff sein... ich würde mich also jetzt schon freuen, euch als neu-alte Leser dort begrüßen zu können. 
Für einige Zeit werden hier die Posts veröffentlicht- je nach Zeit und Laune-, um euch den Umstieg so sanft als möglich zu gestalten, aber längerfristig wird blueten-staub.blogspot.de im wahrsten Sinne des Wortes verstauben.
Gerade an die GFC-Follower: Ich habe zwar vor, eure Abonnements auf den Wordpress-Blog zu übertragen, aber vielleicht könnt ihr euch ja auch mit einer der anderen Follow-Arten anfreunden, beispielsweise via Bloglovin, facebook, rss-feed oder E-Mail. 
Schaut also auf der neuen Seite vorbei und fühlt euch dazu aufgefordert, Kommentare dazulassen. Über Meinungen zum neuen (unfertigen) Design, den Farben, dem Layout... auch sehr sehr gern mit Wünschen und Anregungen bezüglich Themen, Projekten, Fotos oder Texten.


Bald werde ich dort auch eine Art Wettbewerb/Gewinnspiel starten- mehr sei allerdings nicht verraten. 
Wir sehen uns auf der anderen Seite...

PS: Die Fotos ruhen schon eine Weile auf meiner Festplatte- die Ostsee sah ich das letzte Mal auf genau diesen Fotos, an Pfingsten. Mittlerweile kann ich mich kaum noch an diesen wundervollen Geruch von Brackwasser, Salz, Fisch, Seetang und Sand erinnern, also wird es wohl höchste Zeit, wieder in heimatliche Gewässer zu segeln.... 



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07 August 2014

Barfuß durch Budapest [Teil 1: on a shoestring]

Hach! Wie schön war Budapest. Ein paar Tage raus aus dem Alltag und rein ins Abenteuer. Ich habe so viel erlebt- mit allen Sinnen gelebt und unglaublich viele Gedanken, Eindrücke und Emotionen im Handgepäck zurück nach Hause genommen. Deshalb werdet ihr hier demnächst auch einige Posts zu meiner Reise bekommen. Schade war, dass ich Ariane von Heldenwetter genau verpasst habe- sie war nämlich auch dort, ist aber direkt vor meiner Ankunft abgereist. Aber dafür können wir uns mit unseren Reiseposts zusammentun und abwechseln ;) 
Allerdings muss ich das erstmal alles gedanklich erneut durchkauen und verdauen- und bin am Wochenende schon wieder unterwegs... zum Slam auf das Festival "Wilde Möhre". Für euch gibt es heute deshalb erstmal eine kleine Einstimmung, ein paar Momente und Impressionen in Bild und Text.





1. Beim Ankommen denke ich:
"Menschen, überall Menschen!
Budapest ist laut und rundum groß. Die Straßen sind breiter, als ich es gewohnt bin und sind von majestätisch-gigantischen Altbauten gesäumt. Nach 10 Minuten Aufenthalt steht mein erster Eindruck fest – und verhärtet sich in den folgenden Tagen nur noch: Ich mag Budapest nicht nur, ich liebe es! Ich komme aus dem Gucken nicht mehr raus, die Fassaden der Häuser sind so schön, die Menschen wirken nett und gut gelaunt. 
Joar, is schon jut, wa?“, sagt Sophie trocken und schmunzelt. Arme Sophie, mit meinem Gestaune kaue ich ihr bestimmt ein Ohr ab. 
Da wir beide sehr clevere Füchse sind, umgehen wir die teuren Wechselstuben und heben direkt mit unseren Kreditkarten ungarische Forint für die nächsten Tage ab. 15 Minuten und einmal Nachdenken später guckt Sophie mich schief an: "Wir sind echt unglaublich clever. Nur das mit dem Mathe klappt nicht so wirklich." Stimmt genau- erster Fauxpas der Reise: Trotz des uns bekannten Wechselkurses (1 EUR = 315 HUF) haben wir die nach so viel klingenden 3000 Ft. abgehoben- was ganze 9,50€ sind. Das reicht nicht mal fürs Hostel. 

Die Kettenbrücke

2. Wie heißt der riesige Fluss...
doch gleich? Der hier"- Sophie tippt auf die spartanisch gehaltene Karte des Hostels- "mitten durch die Stadt geht?" Ich lockere kurz meine Schultern und nehme die Klugscheißerhaltung ein- Bauch rein, Brust raus, Arm lässig um Sophies Schultern legen- dann sage ich mit schnöseliger Stimme "Der zweitgrößte und zweitlängste Fluss Europas! Die Donau. Sowas weiß man doch. Also ich wusste das zumindest schon vor der Grundschule. Aber du solltest das spätestens in der 9. Klasse in Geo gelernt haben. Ach und das da vorn ist die Kettenbrücke, die älteste und vermutlich bekannteste Brücke Budapests, 1849 fertiggestellt. Also nur, falls du das auch nicht wissen solltest.
Auf diesen Moment habe ich die ganze Zeit gewartet. Als Sophie theatralisch mit den Augen dreht, schließe ich heimlich den Wikipedia-Tab auf meinem Handy. Auf einer Reise den Besserwisser raushängen lassen- das wollte ich schon immer. Fühlt sich aber nur halb so gut an, wie ich zunächst dachte, zumal ich zugegebenermaßen ja selbst völlig unwissend in Geografie und Geschichte und sowas bin. Deshalb bleibt das Handy für die nächsten Tage, Sophies Nerven zuliebe, die meiste Zeit in den Tiefen meines Rucksacks. Zum Glück nimmt Sophie meinen zweiten Fauxpas genauso locker, wie unseren ersten. 

Die Kolonnade beim Gellértdenkmal

3. Wir sind voll die Hippies...
und Hippie-sein ist soohoo cooohoool!", trällere ich immer wieder wie ein Mantra vor mich hin, während wir bei schwülen 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit wie im Regenwald den Gellértberg besteigen. Sophie entledigte sich vor einer Stunde ihrer Sandalen, weil irgendwas am Zeh geschubbelt hat. Und weil ich das - wie die meisten Sachen, die Sophie macht- irgendwie ziemlich cool finde, ziehe auch ich meine sowieso störenden Flipflops aus. Der steinige Weg den Berg lang hoch ist allerdings barfüßig nicht ansatzweise so entspannt abzulaufen wie die asphaltierten Straßen. Aber jammern will ich nicht und als Sophie auf der ersten Ebene des Bergs- der Kolonnade- vorschlägt, doch noch bis ganz nach oben zur Freiheitsstatur zu gehen, nicke ich deshalb tapfer. Mir ist heiß, ich schwitze wie ein Walross, meine Füße tun weh... doch letztendlich wird der Aufstieg mit einer fantastischen Sicht auf ganz Budapest und einem angenehm kühlen Wind belohnt. 

"Die Flamme der Freiheit" bei der Freiheitsstatur

4. Die Flamme der Freiheit...
habe ich auch in der Hand!", denke ich, als ich mit meiner Mutter telefoniere. Sophie ist für kleine Globetrotter in einem dubiosen Imbiss verschwunden und ich nutze die Gunst der Stunde für ein telefonisches Lebenszeichen. Meine Mutter meint, ich würde unglaublich erholt und gut gelaunt klingen. Obwohl mir eben noch viel zu warm war, das Rucksacktragen genervt hat und ich nicht wusste, ob meine Füße -noch immer nackig, mittlerweile kohlrabenschwarz- vom heißen Asphalt oder einfach vom vielen Laufen so weh tun; obwohl ich also eigentlich mehr als genug zu jammern hätte, merke ich, dass meine Mutter Recht hat: 
In meinem Bauch kribbelt es schon fast vor guter Laune, ich fühle mich frei, unabhängig, glücklich und tiefen-entspannt. Als dann meine Mutter am anderen Ende beginnt über alltägliche Sachen zu reden, merke ich, wie weit ich selbst vom Alltag entfernt bin - und, dass ich mich für die nächsten Tage von niemandem dorthin zurückholen lassen will. „Ja, das klingt ja echt toll, aber, du, ich glaub es wird jetzt doch zu teuer, lass mal telen, wenn ich zurück bin!“, würge ich sie ab und grinse in mich hinein. Sophie kommt mit einer Limo aus dem Imbiss zurück, grinst auch und gleichzeitig legen wir den Kopf schief und singen „Wir sind voll die Hippies und Hippie-sein…


5. Europe on a shoestring...
heißt der Reiseführer, den Sophie dabei hatte, als wir uns eine Woche vor dem Trip spontan für Budapest als Reiseziel entschieden. Intensiv dort reingeguckt haben wir nicht, aber der Titel des Buchs geht mir nicht, mehr aus dem Kopf. Nach einem langen Erkundungssonntag philosophiere ich auf dem Weg zum Hostel deshalb genau darüber. „Ich frag mich was shoestring sinngemäß ins Deutsche übersetzt heißt…“, steigt Sophie mit ein. 
Da wir nach kurz darauf feststellen, dass „low-budget“ auch englisch und „mit wenig Geld“ nicht direkt ins Deutsche übersetzt ist, tendiere ich zu „Europa auf einem Schnürsenkel“. Sophie ist froh, dass uns kein Passant versteht, sie bemerkt „was wir für dämliche Gesprächsthemen haben!“, bevor sie unser Hippie-Mantra singt. Ich fühle mich kreativ, weil mir „Barfuß durch Budapest“ als potentieller Buch-/Reiseführer-/Tagebuch-Titel ein- und gefällt. Philosophierend, singend, kreativ und barfuß kommen wir im Hostel an. Ohja, wir sind wirklich die cleveren Füchse vom Vortag. Das mit dem Fauxpas-Zählen hab ich schon längst hinter mich gelassen.

Meine liebenswerte Reisebegleiterin Sophie

6. Igitt, Tauben!
Ich hasse sie so dermaßen!“ sagt Sophie am nächsten Tag zum gefühlt hundertsten Mal, als eine besonders zerzauste knapp über unsere Köpfen hinweg segelt  und ein paar Meter weiter landet. Ich muss grinsen, wie ich das mittlerweile fast permanent tue. Dass ich Sophie sehr mag und das auch später auf dem Blog mitteilen muss, denke ich, während sie der armen Taube ein „ksssshhh!“ hinterherzischt, damit diese nicht erst auf die Idee kommt, den 3m- Sicherheitsabstand zu uns zu verringern. Ich mag Vögel sehr gern und finde es umso lustiger, dass sie Sophie ängstigen. 
Taubenhass ist auf unserer Reise so ihr Ding: sich über jede Taube, selbst die Toten, aufzuregen und sie anzuksssshhen. Mein Ding ist vermutlich der Barfuß in Budapest-Buchtitel: im Laufe der Tage entwickele ich auch Varianten wie „Being Barefoot in Budapest“ oder „Die Barfuß-Budapest-Blamage“, sowie Untertitel wie „Fernweh und andere Emotionen“. Sophie kann's vermutlich nicht mehr hören, ihre halbherzigen Hm's bestätigen das. 
Und unser Ding? Ganz klar und eindeutig: Barfüßige Hippies sein, mit Spaß, Freiheit und Unendlichkeit im Rucksack.

On the rooftops- Entspannen auf der Terrasse der  360 Bar

7. Die Limo ist genauso fantastisch wie...
die Aussicht!“ wundere ich herum, als wir in Liegestühlen auf der Dachterasse eines Altbaus- um genau zu sein einer Bar- sitzen und durch Gräser hindurch den Blick über Budapest schweifen lassen. Limonade scheint in Budapest unglaublich angesagt zu sein, überall gibt es sie in jeder erdenklichen Variante, immer „homemade“. 
Fünf, zehn, zwanzig Minuten sitzen wir schweigend in der Abendsonne und betrachten die faszinierende Stadt. Ja, ich mag Budapest wirklich, denke ich. 
Dass der Abend noch mehr bieten wird, dass wir Austalier, Brasilianer und Franzosen kennen lernen und bei einer Ruin-Bar Tour mitmachen werden, dass wir die Nacht zum Tag und das Glück nochmals multiplizieren werden, dass aus dem Mögen ein Lieben wird, dass ich mit einem Glassplitter im Fuß meine Strafe für die Barfüßigkeit und Sophie mit einem Muskelkater ihre Strafe fürs stundenlange Tanzen bekommt… all das schwebt uns noch nicht mal ansatzweise vor und dennoch ist es jetzt schon der schönste Tag seit langer Zeit.
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31 Juli 2014

Monatsrückblick Juli 2014

In einer ruhigen Minute musste ich mir eingestehen, dass die letzten Monate irgendwie in einem grauen Brei aus Stress und Gehetze verschwommen und einzelne Tage mit ihren außergewöhnlichen Höhen und Tiefen untergegangen sind. Im Juli hatte sich mein Karma wohl gedacht, dass es dieses kosmische Ungleichgewicht ausgleichen müsse und übertraf sich mit den vergangenen vier Wochen mal wieder selbst...



Die Top-3-Momente
1. Achterbahn der Emotionen 
...fuhr ich pausenlos und sammelte im Geschwindigkeitsrausch der Loopings die fundamentalsten und intensivsten Gefühlsgegensätze auf. Über die Wahrnehmung von aufblühenden - und verwelkenden- Freundschaften, Verbundenheit und Dankbarkeit hin zu Trauer, Enttäuschung und Unsicherheit: eine Hochschwangere in der Pubertät hätte vermutlich nicht mit mir tauschen wollen. 
2. Sechser im Lotto 
...kann ich allerdings -bisher- die Endergebnisse dieser Fahrt nennen. Kurz vor der WG-Casting Resignation stehend, nach vielen Nächten schlaflosen Bangens, fügte sich doch noch alles zum Guten- und auch der Hau-Ruck-Umzug, Prüfungsstress und die allgemeinen Sorgen plätscherten gefahrlos an mir vorüber. Statt nun einen Drehwurm zu haben, zeichnen sich die nächsten Weggabelungen deutlich am Horizont ab, ich muss nur noch dort ankommen. 
3. Tausendsassa für eine Woche 
...würde ich mich fast nennen. Unbesiegbar, weil mich selbst die Uni nicht fertig machen konnte und ich mitten in der heißen Phase mehrere Nächte am Stück- aufgrund akutem Bettmangels- auf dem Boden schlief, bäm!- und alleskönnend, weil ich nebst bereits genanntem den Handwerker in mir beim Möbel zusammenbauen (sogar das Bett, komplett alleine!) entdeckte.
Strawberry-Phine, Sonnenbaden vor der Moderation

Diesen Monat...
...Gehört: Im Hochsommer spätnachts lernen? Die wundervolle Klaviermusik von Dustin O'Halloran ist eher für Traumtänzer  
...Gelesen:  "Tote lügen nicht" von Katy Reichs. Horror-Thriller-Gänsehautkram, der jetzt erstmal verdrängt werden muss. 
...Geschrieben:  Neben den Dingen hier auf dem Blog fast nichts, Lernphase, ihr kennt das. 
...Gedacht:  "Wieso eigentlich nicht?"
...Geschafft: Um es nochmal zu erwähnen: Webspace zu kaufen und den Umstieg zu Wordpress anzuleiern!
...Geärgert:  über die ekelige Mischung von Wärme, schmerzhafte Nächte auf dem Fußboden und ... die Uni.
...Gefreut:  Hach! Eine Freundin hat sich verlobt, die andere ist Mutter geworden, ich habe eine WG, Jubelsprünge!
...Gegessen:  Nahezu jedes Lebensmittel- frittiert! Mein Mitbewohner wollte mir unsere phantastische Fritteuse vorstellen. 
...Gelernt: Dass das "kurzfristig-Arschloch-sein" manchmal langfristig den Menschen mehr hilft.


Linktipps des Monats: 
  • Anfang des Jahres hatten Bine und Andrea die Aktion "Short Stories" Diesen Monat hat mich Bines eigener Beitrag zum Thema "Entschleunigung" beim Lesen sowohl entspannt als auch inspiriert. Meinen Beitrag zu der Aktion findet ihr hier
  • Der subjektive Blogpost über Toleranz auf foxesandfaries hat mir nicht nur von der Schreibweise zugesagt. Mal wieder hat Carolina mit ihrer putzigen Art ein Thema greifbar gemacht und mir mit eineschöne Geschichte um diesen kleinen alltäglichen Zwiespalt ziemliches Lesevergnügen bereitet.
  • Auf Fräuleins Tagebuch bin ich auf eine- zugegeben wirklich!- gute Kampagne gegen Klischees gestoßen. Inklusive interessanter Gedanken der Bloggerin selbst.
  • Mittlerweile kommt kein Monatsrückblick mehr ohne einen Linktipp zu Kathrins Blog aus. Dieses Mal gelang ihr mit Grammatik der Liebe  eine interessante Gliederung von Personalpronomen und dem Ende einer Beziehung. Lesenswert!


 Zitat des Monats:
"Was? Politik klingt doch spannend! Wieso magst du das Studium nicht?"
"Naja, weißt du, das ist wie mit dem Zähne putzen. Etwas lästiges, worauf man eigentlich nie Lust hat, das man aber trotzdem tut, weil einem das so gesagt wurde und ... danach hat man immerhin einen angenehmen Geschmack im Mund."
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27 Juli 2014

Sonntagskolumne No. 87: Manchmal frage ich mich, warum...

...Prüfungszeit frei und kreativ macht.

In diesem Post hatte ich bereits angekündigt, dass die heutige Kolumne -zumindest von der Präsentationsart-  etwas besonderes sein wird. 
Seit einigen Monaten arbeite ich in der Unimono Redaktion von Radio Corax und als es dann neulich hieß: "Ey, mach doch mal einen Beitrag über die Prüfungszeit in Kolumnenform!"  schmiss ich meine Lernunterlagen in die Ecke und machte ich mich sofort daran, übers "Nicht lernen" zu schreiben. Bereits wenige Tage später - am Montag - wurde sie auf unimono gesendet-  und heute könnt auch ihr das Ergebnis sehen hören! Also Ohren spitzen und loshören... ich bin auf eure Meinung schon ziemlich gespannt!

Meine erste Kolumne in akustischer Form




PS: Ich habe mir soundcloud zugelegt und vorgenommen (siehe To-Do Liste), meine liebsten Kolumnen und Texte nach und nach zu vertonen und dort hochzuladen. Schaut also ab und an dort vorbei :)
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25 Juli 2014

[Updates] Meilensteinlegung im Hause Blütenstaub

verregneter Freitagmorgen im neuen Heim
"Wege entstehen dadurch, 
dass man sie geht."

, sagte einst Kafka. Aus gegebenem Anlass möchte ich euch heute meine Erlebnisse und Gedanken der letzten Zeit näher bringen:

- Zwischenstand -

Stöbert ihr lieben Leser eigentlich ab und an in meinem Menü herum und verirrt euch auf meiner mit wagemutigen Dingen vollgestopften To-Do Liste? Den Blick darauf vermeide ich auch nur zu gerne, denn schon vor über einem Monat war die Halbzeit von 2014. Von insgesamt 29 mehr oder weniger zeit- und arbeitsintensiven Punkten sprechen die acht erledigten und die sechs in der Durchführung/ Planung befindlichen Punkte nicht wirklich für meine Zielstrebigkeit. 
Die Hälfte vom Punkt 11 der Liste - Geld sparen- verfolge ich schon seit Jahresbeginn, damit die zweimonatige Reise nach Neuseeland nicht nur ein Traum bleibt. Anfang März hatte ich euch erstmals von diesem Plan berichtet - hier gelangt ihr zu dem Post-, seit dem hat sich schon einiges getan.
Dazu aber in den nächsten Wochen mehr... 

- Alltagssorgen -

Ihr kennt sicherlich meine ständigen Jammereien über den Stress des Alltags zur Genüge. Deshalb habe ich in letzter Zeit auch Blueten Staub etwas mehr gemieden- denn jammern lässt den Berg an Arbeit eh nicht schrumpfen. 
Zu dem gewöhnlichen Stress kam auch ein Umzug- seit Sonntag wohne ich in einer neuen WG! Ich gestehe: seit meinem Besichtigungstermin brenne ich für die Wohnung, besonders mit den liebenswerten Mitbewohnern, Feuer und Flamme. In den letzten Tagen habe ich schon einiges erlebt und - wie sich das für einen lifestyle-Blog gehört: auch die Mitbewohner werden auf Blueten Staub Einzug halten, sodass ihr hier gelegentlich WG-Geflüster lesen könnt. 
Momentan herrscht noch die allgemeine Umzugsverkramheit in meinem Zimmer und das exzessive Prüfungslernen bis spät in die Nacht, gefolgt vom frühen Aufstehen, setzen mir ganz schön zu, aber heute habe ich das Schlimmste hinter mich gebracht (Sonntag gibt es auch eine ganz besondere Kolumne dazu) und ab Mittwoch sind dann endlich Semesterferien. Dann habe ich endlich wieder die Zeit, mich den schönen und erfüllenden Dingen des Lebens zu widmen...

-Blog-Umtopfaktion-

...und so schließt sich der Kreis wieder hin zur To-Do Liste und dem Zitat Kafkas' vom Anfang. Seit einigen Wochen hatte ich zwischendurch an einem neuen Blog-Design gearbeitet, schließlich wartet Vanessas Header seit Anfang Juni auf seinen großen Tag... Doch immer wieder kollidierten meine theoretischen Vorstellungen und Erwartungen mit der praktischen Umsetzung, um es kurz zu machen:
Blueten Staub und die Blogspot-Plattform gehen bald getrennte Wege.

...werdet ihr den Weg mitgehen?
Das Gedankenspiel zu einem möglichen Wordpress-Umstieg kam mir schon vor über einem Jahr, aber... vielleicht war ich noch nicht programmier-frustriert genug, bestimmt war es auch die noch immer existierende Angst vorm Scheitern,die mich den Gedanken bisher unterdrücken ließ... aber als ich neulich dann beim html-Tutorial-suchen ganz zufällig auf eine Anleitung vom Wechsel Blogspot zu Wordpress stieß und beim Lesen merkte, dass es alles ganz machbar klang... begann ich einfach, den Weg zu gehen.
Und damit zur wichtigsten Information für euch:
Da ich meinen Domain-Provider wechsle, wird die aktuelle (www.blueten-staub.de) demnächst & während der Neugestaltung des Blogs nicht mehr erreichbar sein. Unter meiner "alten" blogspot-Adresse (www.blueten-staub.blogspot.de) könnt ihr aber während der Umbauphase noch alles so, wie jetzt vorfinden- natürlich auch mit neuen Posts. Auf meiner Facebook-Seite wird es dazu dann regelmäßige Updates geben...






 Merkzettel:

  • Die Hauptdomain www.blueten-staub.de wird zwischenzeitig nicht erreichbar sein-> bitte auf www.blueten-staub.blogspot.de ausweichen
  • nach dem Wechsel funktioniert die Hauptdomain dann wieder- dann wird die blogspot-Adresse veralten 
  • GFC-Follower sollten sich langfristig eine alternative "verfolge"-Möglichkeit suchen, bsp. facebook oder bloglovin


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23 Juli 2014

Like the sun set in your eyes and never wanted to rise


Statt mich mit der Realität auseinanderzusetzen, stellte ich mir als Kind oft Orte, Situationen und Gespräche vor, die so nie existiert haben und auch nie existieren werden. Mal war ich bei einem Wanderausflug mit meinen Eltern eine Prinzessin, die vor den bösen Zauberern (im Tagtraum meine Eltern, haha) fliehen musste. Stundenlang rotierten meine Gedanken dann um dieses Rollenspiel, ich führte innere Monologe oder Gespräche und am Ende eines solchen Tages war dieses phantastische Gedankenspiel so umfangreich geworden, dass es, hätte ich damals schon geschrieben, sicherlich einen Roman ergeben hätte.


Aber mit jedem weiteren Jahr, das ins Land zog, wurden meine Gedanken und Tagträume immer realitätsnaher. Drachen und böse Zauberer gab es in meiner Welt irgendwann nur noch in den vergilbten Harry Potter Büchern unter meinem Bett. Ich weiß sogar noch, dass ich an meinem 14. Geburtstag das letzte Mal die Hoffnung hatte, einen verspäteten Hogwarts-Brief zu bekommen und doch kein Muggel zu sein. Es hätte ja gut sein können, dass eine Eule namens Errol meinen Briefkasten nicht fand. 


Heute träume ich mich nicht mehr in verzauberte Welten hinein. Meine Tagträume kreisen in konzentrischen Bahnen um den Alltag; in Gedanken schreibe ich nur noch Situationen um und füge meine schlagfertigen Antworten ein. Es ist, als hätte ich ein Stück meiner Phantasie verloren. Ist das das Erwachsen sein?


Aber so ganz hab ich das Märchenprinzessinnen-Spiel nicht aus meinem Kopf gelassen.
Seit 5 Jahren schenke ich mir selbst zum Geburtstag ein Kleid. Oder die Kleider schenken sich mir, denn es ist nie so, dass ich kurz vor meinem Geburtstag auf Kleiderpirsch gehe. Jedes Jahr springt mich ein wirklich wunderschönes Kleid an und sagt: "Ich bring dir ein paar Zaubertricks bei." Und wenn mir ein Kleidungsstück Flohpulver ins Ohr setzt, dann kann ich nicht nein sagen. 

Vor einigen Wochen war mein Geburtstag, der - ganz erwachsen -auch ohne Feier zu einem normalen, aber sehr schönen Tag wurde. Und das Kleid, ja, das Kleid hat seine Versprechungen gehalten. Ich hatte bereits hier kurz meine neue Lieblingskulisse vorgestellt- am selben Abend entstanden auch diese Bilder. Es fühlte sich ein bisschen wie früher an, wie eine kleine Unregelmäßigkeit in meinen konzentrischen Tagträumen. 


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13 Juli 2014

Sonntagskolumne No. 86: Manchmal frage ich mich, warum...

...wir "Lord Voldemort" fürchten.
IV. Drei Mal im Kreis und dann- wenn nichts zu finden-  ewig an die Sonne binden.

1.
In meinem Stammcafé nuschelt meine beste Freundin, das Glas frischen Pfefferminztee wie ein Schutzschild vor den Mund haltend: "Aber was ist denn momentan das Schlimmste?" Jüngst musste sie einen halbstündigen Monolog über die Ungerechtigkeit, Beschwerlichkeit und Gemeinheit des Lebens von mir hören. Ich muss kurz innehalten, überlegen, wie ich es am besten sage. 
Ich antworte seufzend, weil keine bessere Antwort kommen will: "Ich war noch nie in meinem Leben allein. Ich kann nicht allein sein." Natürlich lacht sie, klar bin ich nicht allein, wo ich doch in meinem Stammcafé zum Beste-Freundinnen-Klatsch sitze, wo ich doch Freunde habe, wo ich doch facebook Freunde habe- wer ist heute schon noch allein? Aber der Kloß in meinem Hals schnürt mir die Worte ab, die ich eigentlich sagen wollte. 
Ich bin nicht allein, sondern einsam. 
Dieser Satz ist der "Lord Voldemort" unserer Zeit, wer würde sich wagen, ihn vor irgendwem auszusprechen?

III. Kälte fühlen und rechts nach Lebenden suchen.
2.
Er saß im grauen Licht des ersten Tages auf der staubigen Couch, die Müdigkeit von vielen durchwachten Nächten ruhte auf seinen Schultern. Er saß da, inmitten von rauchenden Trümmern, und spürte dieses unerträgliche Nagen in der Brust. Die Wut auf Menschen, denen er dieses Nagen verdankte, ließ ihn einen Zettel von dem unsortierten Stapel auf dem Boden greifen. 
"Ich merke, dass du wirklich keine Ahnung hast, was ich zur Zeit so fühlen könnte..." schrieb er in krakeliger Handschrift darauf- und hielt kurz inne. Hatte er selbst überhaupt eine Ahnung, wie er sich fühlte? Da war nur dieses Nagen, dieser Lord-Voldemort-Satz, der zwischen den Zeilen des Geschmiertem stand. Aber warum nagte es überhaupt? Sein Kopf brummte - schwerfällig noch von vorherigen schlaflosen Nächten - und die Gedanken ließen sich nur zäh in eine Reihenfolge bringen. 
Wenn er diesen Satz ausspräche, was würde das ändern? Wovor hatte er Angst? Was machte ihn so wütend? Warum mussten immer andere Menschen für ihn da sein, warum konnte er das selbst nicht? Und hatte er wirkliche Einsamkeit, über viele Jahre andauernde und resignierende Einsamkeit, ja, hatte er die überhaupt jemals erlebt?

II. Links verschwitzt das Leben rufen. 
3.
"Gut geht es mir, gut, ja, sehr gut!", sagt sie ihrem Spiegelbild und zieht ihre Mundwinkel zu einem Grinsen hoch. Das Make up sitzt, die leere Wohnung wird mit lauter, fröhlicher Musik gefüllt. Sie starrt in ihr digitales Adressbuch und schreibt Freunden kurze Nachrichten, ob sie nicht kochen wollen, ob sie nicht trinken wollen, ob sie nicht feiern, tanzen, lachen, reden, zuhören,.... sich auf sie einlassen wollen. Irgendwas will man doch immer. 
Nur eine Sache, das weiß sie von sich selbst, eine Sache will man vermeiden. Man- also sie- also niemand, keiner will mit sich allein sein. Denn wer weiß schon, ob bei völliger Stille, allein mit sich und seinem eigenen Herzschlag im Ohr, ob dann nicht dieser Lord Voldemort Satz laut durch den Kopf geistern würde und einem die nächsten Momente wie ein Dementor jegliches Glück, das man je erlebt hat, aussaugen würde. 

I. Ausgesetzt mitten im Nirgendwo. 
4.
Später zuhause, wieder allein, muss ich lachen, obwohl mir eigentlich gar nicht nach lachen ist. Lord Voldemort ist kein Dementor und wird auch nie ein Dementor sein. Letztendlich wurde er doch von einem- zugegeben mittlerweile ziemlich langweiligem - Zauberer besiegt. Und auch für Dementoren gibt es den Patronus-Zauber. Ist das nicht auch genau für diesen abstrakten Satz, dieses Nagende Gefühl, dieses "ich bin einsam" die Lösung? 
Wenn wir jemals einsam sein würden, wenn es diesen Lord Voldemort Satz wirklich gibt, warum lassen wir es nicht einfach zu? Warum davor weglaufen, statt sich dem zu stellen. Warum Angst haben, wenn wir uns darauf einlassen können - in den Spiegel sehen, den eigenen Herzschlag hören- und uns zur Abwechslung mal nicht mit Menschen umgeben, sondern bewusst abgeschieden auf den Rhythmus hören, den unser Herz uns vorgeben möchte. 
Stille. Einsamkeit. Okay. 
Der Zauberstab mit all den glücklichen Erinnerungen ist immer in unserem Kopf, was hält uns noch zurück?


PS: Das war meine Interpretation von Bine und Andrea's Aktion "Short Stories" mit dem Julithema "Entschleunigung"
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09 Juli 2014

Out of the dark - stadt.land.liebe. [Juli]


Schande über mein Haupt: Im letzten Monat konnte ich zeitlich Arianes Aufruf zur Juniausgabe von stadt.land.liebe nicht folgen. Dafür wuchs in den letzten Tagen meine Motivation für einen Fotoausflug ins Unermessliche. Sicherlich folgen von mir auch noch weitere Beiträge zu den Aufgaben im Juli - doch zunächst meine Antwort auf:

"Wenn die Sonne endlich wieder scheint, mach Fotos von Lichtstimmungen. Fang besonders schöne Sonnenuntergänge ein oder das Spiel aus Licht und Schatten..."


Also hatte ich mir meine Kamera geschnappt und -ruck zuck- ging es zu den Klausbergen, meinem absoluten Lieblingsort in Halle. Die letzten Tage begannen mit den ersten Vorahnungen vom Prüfungsstress und nach einem Tag voller Unizeug, Kopfschmerzen und Schweiß, der aus jeglicher Pore läuft, brauchte ich genau diese Abgeschiedenheit, Einsamkeit und Ruhe, die es dort gibt. 


Bei so einem tollen Sonnenuntergang ließ sich die Idee von Licht und Schatten recht leicht umsetzen, aber auch einen kleinen Überraschungsgast bekam ich vor die Linse. Das Foto unten war allerdings der 30. Versuch, da ich an meiner manuellen Kameraeinstellung in höchster Eile herumdoktern musste, bis der ISO-Wert etc. ein brauchbares Foto auswerfen. Der Schmetterling hatte das anscheinend auch gewusst, denn erst, als meine Kamera richtig eingestellt war, ruhte er sich für einige Augenblicke auf dem Blatt aus...


Im Wald zogen dann die glutroten Sonnenstrahlen meine Aufmerksamkeit in Bann; schüchtern lugten sie durch das dichte Sommerlaub und tauchten das Wäldchen in eine magische Atmosphäre.Wenn ich nicht mit dem Motto "Licht und Schatten" auf Fototour gegangen wäre, wären sie mir vielleicht gar nicht aufgefallen. 




Zwar kenne ich die Klausberge schon recht gut, aber während des Fototrips schwebte mir noch eine weitere Aufgabe von Ariane im Hinterkopf herum:
"Geh in deiner eigenen Umgebung verloren. Lauf einfach irgendwo lang, entscheide an jeder Kreuzung ganz spontan, ob rechts oder links und guck, wo du landest."



Deshalb ging ich nicht den geplanten Weg entlang, sondern bog an einer Kreuzung woanders ab und landete schließlich...


...direkt auf einem Berghang, der von Wildkräutern überwuchtert ist und entdeckte damit den schönsten Punkt, um den Abendhimmel einzufangen.


Gleichzeitig übrigens auch eine fantastische Kulisse für ein Outfit-Shooting. Ausnahmsweise hatte es sich also gelohnt, dass ich das Stativ mitgenommen hatte und von Mücken- die dort wirklich völlig ausgehungert und aggressiv waren- komplett durchlöchert wurde. Aber gut, in einem kleinen Sommerkleidchen kann man auch gar nichts anderes erwarten...





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05 Juli 2014

Halt stopp ich fühle mich...

gemobbt. Dein Niveau- mein Niveau... 
Kennt ihr diesen Mobbing-Song? Erst vor kurzem konnte ich mit ihm - in einem Slam-Text von AIDA - Bekanntschaft schließen. Ich fand ihn  (vor allem hinsichtlich der dazugehörigen Choreografie) ziemlich putzig, nahm mir aber dennoch vor, ihn einfach mal anzuwenden, wenn ich das nächste Mal in eine angemessene Situation komme. 
Aber was ist, wenn die Situation da ist, aber es nichts bringt, diesen Song zu "performen"? 
Natürlich läuft der Beitrag genau auf das leidige Thema hinaus, dem sich so ziemlich jeder Blogger* einmal - ob offiziell oder inoffiziell - gestellt hat: Cybermobbing

*Lina Mallon beispielsweise hat einen meiner Meinung nach sehr gelungenen Beitrag dazu verfasst, dem ich nur zustimmen kann.
Allein und verletzt vor dem Bildschirm:
Sich selbst umarmen reicht manchmal nicht.
Oft sexistisch und degradierend, gerne bissig und ironisch, manchmal auch völlig direkt ausfallend und beleidigend- die Kommentatoren haben viele kreative Ideen, um den Autor ein bisschen zu pieksen. Nein, eigentlich eher in der Absicht, ihm weh zu tun. Nur eine Sache ist immer gleich: Sie alle posten anonym. 
In Monaten, wo solche Kommentare häufiger auftreten, bekomme ich Zweifel. 
Haben sie Recht? Bin ich blöd? Bin ich hässlich, scheiße, dumm, oberflächlich? Was soll ich tun? Diskutieren? Ignorieren? Sie an den Pranger stellen? Mir den Kopf zerbrechen?

Eigentlich wollte ich heute meinen Unmut in diesem Post rauslassen. Euch diesen blöden Geschmack auf der Zunge, den ich nach solchen Kommentaren habe, entgegen spucken... dann aber brachte mich ein Gespräch auf einen ganz anderen Gedanken:
Vielleicht sollte ich, statt mich selbst zu bemitleiden, aufzuregen und leichtfertig Menschen verurteilen, rein hypothetisch in die Köpfe der Anonymen schauen und versuchen, sie zu verstehen.

Nach einiger Bedenkzeit kam ich zu folgendem Ergebnis:


Wenn ein Mensch so viel Zeit hat, einem völlig irrelevanten Menschen wie mich- der weder die Politik eines Staates beeinflusst, noch moralisch inkorrekten, ideologisch verseuchten, fremdenfeindlichen, rassistischen oder sexistischen (okay, letzteres vielleicht manchmal doch ganz gern als Provokation;) ) Mist verbreitet, der weder reich noch berühmt ist, generell nicht sonderlich anders als alle anderen ist- einen verletzenden Kommentar zu schreiben, dann stimmt irgendwas in seinem Leben nicht.
Entweder weiß er mit seiner Zeit nichts anzufangen, oder beneidet das fiktiv gelebte Onlinedasein- oder kennt denjenigen vielleicht sogar im echten Leben persönlich und ist nicht in der Lage, ihm seine Probleme verbal von Angesicht zu Angesicht zu schildern.
Auch, wenn ich es nicht gut heißen kann, ist es vermutlich für viele Menschen selbstverständlich, ihre Unzufriedenheit an anderen nicht nur abzulassen, sondern sie zu kompensieren, indem sie andere schlechter machen. Das fällt natürlich online bedeutend leichter, erst Recht mit einer anonymen Kommentarfunktion. 
Ich weiß nicht, was die Anonymen für ein Päckchen zu tragen haben. Ich weiß auch nicht, was für nette und liebenswerte Eigenschaften sie aufweisen, wenn ich nur böse Worte von ihnen zu lesen bekomme. Am allerwenigsten weiß ich, was sie wirklich damit bezwecken wollen, denn mit ihrer Anonymität tun sich hundert Rätsel auf.

Auch als Hummer ist man anonym und
kann sogar allein Spaß haben.
Die Antwort, die jede weitere Frage zu diesem Thema unterbindet, fand sich für mich jedoch relativ schnell. So rein buddhistisch gesehen, werde ich sie tolerieren. Ich würde ihnen gern in einem persönlichen Gespräch helfen, aber ich bin weder hauptberuflich Mutter Theresa oder ein wandelnder Kummerkasten, noch werden sie aus eurem Muster hinausspringen können. (Ihr könnt mich ja gern eines Besseren belehren)


Aber eine Gewissheit können die Anonymen haben: 
So, wie ihr mir mit euren Kommentaren Aufmerksamkeit schenkt, gebe ich sie- mit diesem Post einmalig- und regelmäßig beim Lesen eurer Kommentare zurück. Ich lösche eure Kommentare auch nicht, sondern sammle sie in meinem Spam-Kommentarordner, wie alte Kaugummipflatschen auf dem Asphalt. 


Ihr habt für einen Augenblick vielleicht ein Hochgefühl, weil ihr 10 Minuten an einer Beleidigung getippt habt, die ich in 5 Sekunden lese und - auch wenn ich gern verleugnen würde- erst in ein paar Stunden wieder vergesse. Aber, und das ist das schöne an der ganzen Sache- trotz allem ist und bleibt das Karma. 
Solange ich euch toleriere und dulde, tue ich im besten Fall sogar trotz Nichtstun eine gute Tat, indem ich euch ein Ventil gebe. So what?
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01 Juli 2014

Monatsrückblick Juni 2014

[Statt einer eh überflüssigen Einleitung zum Monatsrückblick gibts einen noch überflüssigeren Ohrwurm: (nichts zu danken) ]
Ein Mops kam in die Küche und stahl dem Koch ein Ei. Da nahm der Koch den Löffel und schlug den Mops zu Brei. Da kamen viele Möpse und gruben ihm ein Grab und setzten drauf nen Grabstein, auf dem geschrieben stand:



Die Top-3-Momente
1. Abzocken 
....ist gemein. Aber selbst Schuld, wenn man nachts um 2 gegen mich ein Pokerturnier beginnt. Während alle anderen irgendwann komatös Chips in die Mitte geschoben haben, war ich (dank eines giganitischen Teddybärs an meiner Seite) noch hellwach und ...naja ihr wisst schon. Um sechs konnte ich mit Siegergrinsen dann endlich ins Bett fallen.
2. Abhotten 
...im Sinne von: den Körper auf jegliche Art und Weise durchschütteln, Gedanken und Worte neu sortieren, tief ein- und laut ausatmen- das war diesen Monat glücklicherweise mehrmals drin. Ob beim barfüßigen Joggen am Adriastrand, beim Lesen eines guten Buches, beim Schwitzen in der Sauna oder -ganz klassisch- beim Körperschütteln in der klebrigen Disko: Der Juni war ein komplett verspäteter Frühjahrsganzkörperputz.
3. Abkotzen 
... was? Ja. Manchmal muss auch das sein. Entschuldigt die Wortwahl, aber dieser ganze WM-Kram geht mir gehörig auf den Zeiger. Ich hab nichts gegen Fußball, aber Leute, mal ehrlich. Ernsthaft?

Mitleiderregende Gefühle in Dresden


Diesen Monat...
...Gehört: Die alte Leidenschaft zu "Fotos" ist mal wieder zurückgekehrt. Welches Album könnte passender sein als "nach dem Goldrausch". 
...Gelesen:  Sommerlich und bildend: "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin". Über Liebe und die Kulturrevolution in China
...Geschrieben:  Einen Gastartikel auf dem spotted-Blog "Heels und Herz" und das übliche (Slamtextgedöns)
...Gedacht:  "Bett! ...decke! SCHLAF!" ...mehrmals nach viel, viel, viel zu langen Tagen/Nächten
...Geschafft: Diese komische Kolumne im Sex and the city Stil. Obendrein zwei kurze Slamtouren und dieses Rimini-Arbeitsding
...Geärgert:  Vermutlich hauptsächlich über mich. Zweitrangig über Gardinenpredigten meiner Freunde, die immer richtig sind. 
...Gefreut:  Grandiose (un-)erwartete Geburtstagsglückwünsche und -geschenke! 21 Jahre, hell yeah, endlich superschlau. 
...Gegessen:  Ein "Dreikäsehoch"-Burger in Dresden- während ich ein Pärchen beim Koitus am Fenster gegenüber beobachten durfte. Aber Hallo!
...Gelernt: Wie sich Einsamkeit bei Sonnenschein anfühlt. 
Ich glaub mich knutsch ein Esel. Backstageulk in Göttingen




Linktipps des Monats: 
  • Auf the4keys postet Claire, eine Freundin von mir, regelmäßig außergewöhnliche Fotos. Anfang des Monats hat sie mich diesmal allerdings vor allem mit ihrem Text über das Schubladendenken (in english) zum Nachdenken angeregt
  • Micis Blog - talkasia- lese ich seit gefühlt minus hundert Jahren. Bei diesem Beitrag ist mir wieder einmal aufgefallen, warum. Weil sie authentisch ist und diesen "Frei-Schnauze-istmiregalwasihrjetztsagt" Stil auch mit dem Zahn der Zeit nicht verloren hat. 
  • Und mal wieder findet Karin mit ihrem Blog drüberleben in dieser kleinen subjektiven Liste ihren Platz, wieder mit einem feinfühligen und präzisen Text über Müdigkeit, mit dem ich mich wieder einmal angesprochen fühle.
Der nervigste Co-Moderator aller Zeiten beim KGB Best-of

 Zitat des Monats:
"Lass mich nur kurz in meinem unsichtbaren Wettbuch nachsehen... 
Ahhh da! Hummer sind als Wetteinsatz völlig legitim"
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29 Juni 2014

Sonntagskolumne No. 85: Manchmal frage ich mich, warum...

...wir uns alles immer so kompliziert machen

Neulich beklagte sich eine Freundin bei mir. Wir saßen in unserem Stammcafé zum Brunch und meine Freundin zog ein Gesicht, das einem vetrockneten Laubfrosch sehr ähnlich war. Auf meine viel zu häufig wiederholte Frage „Was ist denn los mit dir?“, seufzte sie theatralisch und begann zu erzählen:
„Weißt du, ich will eigentlich gar nicht drüber reden, weil du dann sonst was von mir denkst. Ich weiß, dass es unglaublich arrogant und eingebildet klingt, aber es frustriert mich langsam richtig.“
„WAS DENN?“ unterbrach ich, denn ihre pathetischen Einleitung fand ich schon immer etwas anstrengend.
„Nun ja, es ist so. Also. Ich glaube es gibt ein Gesetz der Schönheit.“

Meine Freundin fuhr sich unauffällig durch das blonde, schulterlange Haar und überprüfte mit einem Aufeinanderdrücken der Lippen ihren Lippenstift, bevor sie weiterredete:
„Ich meine, ich bin nicht hässlich und das weiß ich auch. Klar, sowas sagt man nicht vor anderen, du musst ja bescheiden sein und bescheidenes Abstreiten des Gutaussehens wirkt immer sympathisch… aber du weißt schon. Ich habe eine gute Figur, ich trage weder totale Tussiklamotten noch völlig unmodernen abgeranzten Kram. Ich achte auf mein Äußeres, kann nett lächeln und in einem Minirock sehen meine Beine ganz ok aus.“ 

Meine Augenrollen entging ihr nicht, so hob sie beschwichtigend die Hand und meinte:
„Ok. Das Gesetz der Schönheit. Folgende Situation: Letzten Samstag, Tanzen. Ich allein auf der Tanzfläche, um mich herum dickere, ältere und einfach nicht schönere Frauen. Unrhythmischer und peinlicher Tanzstil. Du weißt schon, so richtig klischeehaft. Und dennoch, keine Stunde später hatten alle einen gutaussehenden, teilweise verdammt gutaussehenden Typ an der Backe, nur ich nicht. Ich konnte mich von einem 13 jährigen, pickelgesichtigen PC-Nerd antanzen lassen und nachdem ich den losgeworden bin kam ein fetter 50 jähriger Busfahrer. Busfahrer? JA, das war das erste, was er mir, kaum war er in meiner Nähe, ins Ohr flüsterte. „Baby, ich bin Busfahrer.“ Oha, oder? Ich meine, seit wann wurden Busfahrer zu Machos und Sexobjekten erklärt? Ja, das klingt jetzt alles total oberflächlich, aber das ist doch frustrierend!“

Ja, dachte ich mir, ja das ist wahnsinnig oberflächlich. Aber als sie mir den gleichen Verlauf bei ihren letzten Disko, Bars ja sogar Theaterbesuchen aufzählen konnte, musste ich ihren Gedanken nochmal aufgreifen.
Gibt es ein Gesetz für Schönheit? Ist es normal, dass schöne Männer lieber auf nicht so schöne Frauen zugehen, frei nach dem Motto: „Gegensätze ziehen sich an“? Ist es vielleicht ein noch nicht entdecktes Naturgesetz, dass zwei schöne Menschen nicht zusammenpassen? 

Als ich dann über den Spruch „Schönheit liegt im Auge des Betrachters.“ kam, wirkten die Erlebnisse meiner Freundin plötzlich ganz anders. Vielleicht waren die „schönen“ Männer nur für sie schön, vielleicht bildete sie sich deshalb diese „schön-hässlich“ Sache nur ein?  Oder war sie für gerade den „Typ Mann“ auf den sie flog, der „Nicht-Typ Frau“, die diese Männer nicht ausstehen konnten. Oder dieses gesunde Selbstbewusstsein meiner Freundin spiegelte sich auch in ihrer Ausstrahlung wider, sodass sie auch beim Tanzen so unsympathisch wirkte, wie im Gespräch auf mich.


Als ich dann aber vorm Einschlafen an Mr. Right, an die Happy Ends von Hollywood Filmen und die glücklichen Pärchen denken musste, fiel mir noch ein anderer Satz ein, eine Lebensweisheit, die meine beste Freundin immer von sich gab: "Den Richtigen findest du nur dann, wenn du gar nicht suchst. So mehr du nach einem Typen Ausschau hältst, umso stärker stößt du ihn von dir weg.“ Word. 
Und dennoch weiß ich, dass diese Erkenntnis meine Freundin beim nächsten Brunch zum Augenrollen verleiten wird, denn diese Weisheit hat schon so einen Bart wie meine Großmutter. 
Übrigens ist mit dieser Kolumne Punkt 26 der To-Do Liste abgehakt, deshalb ein Zitat als Schlusswort (zum Sonntag) :
 "Man erzieht uns in dem Glauben, dass die wahre Liebe nie den einfachen Weg nimmt. Es müssen sich immer im 2.Akt Hindernisse auftun, bevor man im 3.Akt zum Happy End wieder zusammenfinden darf."
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23 Juni 2014

Gastartikel auf Heels & Herz: Was man in einer Beziehung verpasst



Da momentan (mal wieder) alles drunter und drüber geht, staubt mein Blog hier grad ein bisschen vor sich hin.
Ich arbeite mit Vollpower an einem neuen Blogdesign und auch in der Uni/Poetry Slam Ecke gibt es einiges zu tun. 
Ich hoffe, ihr nehmt mir das Sommerloch nicht allzu übel. 
Aber um euch bezüglich des neuen Designs ein bisschen anzufüttern, sozusagen als Apéritif: im Bild links könnt ihr schon mal die Farben des neuen Designs bestaunen. 

Obendrein gibt es heute auf dem spotted. Blog "Heels & Herz" eine Gastartikel von mir zu lesen:


"Wenn die Beziehung im Todeskampf röchelt und du selbst auch einige Schläge abbekommen hast, liegst du verwundet auf dem Schlachtfeld und betrachtest die rauchenden Trümmer um dich herum. Die Trümmer, wie irgendwann mal ein „wir“ waren. 
Damit du nicht verblutest, leckst du dir die Wunden, rekapitulierst die letzten Stunden, Tage, Wochen und versuchst aufzustehen. Und das fällt am leichtesten, wenn du dir vor Augen rufst, was du an der Beziehung (oder an dem Menschen) noch nie leiden konntest. 
Ob fair und reflektiert oder einfach, um den Verlust zu ertragen, denkst du daran, welche Dinge du vernachlässigt hast, welche Menschen vergessen wurden, welche Angewohnheiten ab- und welche angewöhnt wurden und was du sonst alles verpasst hast.
Aber was genau verpasst man, wenn man in einer Beziehung ist?
Wenn ich mich mal weit aus dem Fenster lehne, möchte ich behaupten: Beziehungen sind wie Schuhe. 
Es geht auch ohne sie, manche wollen sie gar nicht erst und laufen immer barfuß- aber letztendlich wünscht sich jeder, mal mit sauberen und geschützten Füßen durch die Gegend zu laufen. Und falls dieser Vergleich nicht allzu sehr hinkt, dann ist der unterschiedliche (Ver-)Lauf von Beziehungen selbsterklärend. 
Ob es ums Wohlfühlen geht, ob man sich mit einem Absatz selbst ein bisschen größer machen will, ob man sich gerne zuschnürt oder aus praktischen und pragmatischen Gründen in einer Beziehung ist usw. hängt völlig vom eigenen Geschmack und Bedürfnis ab. 
Aber: manchmal können sogar die italienischen Echtlederschuhe zu Blasen und Käsefüßen führen....." weiterlesen auf Herz & Heels

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